Leben bis 1794  2




Wenige Wochen nach dem ersten Erscheinen der "Rheinischen Thalia" verlässt Schiller im April 1785 Mannheim und begibt sich auf Einladung einiger sächsischer Bewunderer nach Leipzig und schreibt am 22. Februar an Körner:

 

Ich kann nicht mehr in Mannheim bleiben. Menschen, Verhältniße, Erdreich und Himmel sind mir zuwider.

 

Zu den Menschen, die ihm nicht zuwider sind, gehören Charlotte von Kalb - mit der er seit fast einem Jahr freundschaftlich verbunden ist - und Margarete Schwan, der Tochter seines Mannheimer Verlegers. Diesem schrieb er schon am 24. April 1785, eine Woche nach seiner Ankunft in Leipzig:

 

"die freimütige gütige Behandlung, deren Sie mich würdigten, verführte mein Herz zu dem kühnen Wunsch, Ihr Sohn seyn zu dörfen."

 

Der Werbungsbrief blieb jedoch ohne Erfolg. Schiller wird abgewiesen - wie schon im Juni ´84, als er sich um Charlotte, die Tochter seiner Gönnerin Henriette von Wolzogen, bemüht hatte.

 

Zum Salongespräch wird Schillers ‚Damenwahl' gar in den zwei Jahren, die er in Leipzig und seit September ´85 vornehmlich in Dresden verbringt; wobei die Beziehungen zur verheirateten Schauspielerin Sophie Albrecht und zur Buchhändlersfrau Wilhelmina Friederika Schneider ‚in der Gesellschaft' weniger Anstoß erregen als das Verhältnis mit der knapp 19 Jahre alte Henriette von Arnim, der Tochter einer Dresdener Kammerdame.

 

Die Beziehung dauert nur ein Vierteljahr - Schiller soll, wie die sittenstrenge Minna Körner brieflich festhält,

 

"in jener Familie nicht der Alleinbegünstigte"

 

gewesen sein.




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