Leben bis 1805  2




Mitte 1795 stößt sich Schiller, wie er selbst in einem Brief an Körner schreibt, vom "Ufer der Philosophie" ab und begibt sich aufs "weite Meer der Poesie". Zunächst entstehen in rascher Folge Gedichte für die "Horen" und den "Musenalmanach", darunter "Würde der Frauen" und "Das verschleierte Bild zu Sais". Aber noch ist die Philosophie nicht endgültig verabschiedet: In den Monaten von September bis November 1795 entsteht "Ueber naive und sentimentalische Dichtung", die anspruchsvollste und deutlichste aller theoretischen Abhandlungen Schillers.


Seit dem Frühjahr 1796 versucht sich Schiller, nach neunjähriger Abstinenz, wieder auf jenem Felde einzurichten, auf dem er sich am sichersten fühlt: auf dem dramatischen. In fast dreijähriger quälender Arbeit, die oft genug gegen seinen kranken Körper gerichtet ist, entsteht die Wallenstein-Trilogie.

 

Es zieht ihn jetzt nach Weimar, in Goethes unmittelbare Nähe, auch in die Nähe des Theaters, für das er nun schreibt, rastlos, besessen und immer souveräner. Ende 1799 erfolgt der Umzug; etwas mehr als ein halbes Jahrzehnt hat er jetzt noch zu leben. Wobei sich Schiller jederzeit im Klaren darüber ist, dass er den Wettlauf mit der Zeit nicht gewinnen kann; aber für diese Jahre bietet er ihr noch Paroli, indem er sie nutzt wie es nur möglich ist. Das Ergebnis: "Maria Stuart" (1800), "Die Jungfrau von Orleans" (1801), "Die Braut von Messina" (1803) und "Wilhelm Tell" (1804) - 13.706 Verse; daneben Übersetzungen und Bearbeitungen von etwa zehn Dramen anderer Dichter sowie einige Gedichte.

 

Die Nobilitierung dann im November 1802. Schiller schreibt an Cotta:

 

"So wird meine Frau, welche bisher nicht nach Hof gehen konnte, auf einen gleichern Fuß mit ihrer Schwester gesetzt. Sie können übrigens leicht denken, daß mir, für meine eigne Person, die Sache ziemlich gleichgültig ist."




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